Was ist ein Bündnis für Familie?
 
     
  Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. In lokalen Bündnissen engagieren sich Vertreterinnen und Vertrer von Unternehmen, Kommunen, Kammern, Verbänden, Kirchen und freien Wohlfahrtsverbänden für mehr Familienfreundlichkeit in Städten und Gemeinden.
Ziel ist es, durch die Gründung einer Vielzahl von lokalen Bündnissen zu einem familienfreundlicheren Klima in Deutschland beizutragen. Deutschlandweit gibt es bislang 365 lokale Bündnisse, die offiziell Mitglied der Bundesinitiative sind. Das vom Bundesfamilienministerium zur Unterstützung der Bündnisse eingerichtete Servicebüro ist insgesamt in 629 Orten beratend tätig.

Die Stadt Herzogenrath gehörte zu den ersten Bündnissen, die in Deutschland gegründet wurden.


  Die Situation der Familien in Deutschland
 
     
  Auf einer Auftaktveranstaltung im Mai 2004 ging die damalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt auf die Situation der Familien ein. Insbesondere die Tatsache, dass Deutschland bei der Geburtenrate im europäischen Vergleich einen Schlussplatz einnimmt und die hiermit zusammenhängende negative demografische Schieflage biete erheblichen Anlass zur Sorge.
Bund, Länder und eben auch Kommunen ständen gemeinsam vor der Verantwortung, Belastungen für Familien zu minimieren und familienfreundliche Maßnahmen nach vorne zu bringen. Insbesondere die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse hier in den Blick genommen und entsprechende entlastende Maßnahmen für Familien und Eltern entwickelt werden. Deutschland brauche neben ausreichender Kinderbetreuung und einer familienfreundlichen Unternehmenskultur ein kinder- und familienfreundliches kommunales Klima.

Auf der anderen Seite würden in Deutschland nach Luxemburg im europäischen Vergleich die höchsten Transferleistungen für Familien (Kindergeld, Familienfreibeträge etc.) gezahlt. Diese Mittel flössen jedoch nicht in hinreichendem Umfange in die institutionelle Unterstützungsstruktur (Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, Schulen etc.) für Familien.
In Schweden werden pro Kopf der Bevölkerung annähernd die gleichen Ausgaben für Familien getätigt. Hier liegt allerdings der Schwerpunkt auf der institutionellen Förderung der Familien. Dies führt u.a. dazu, dass Schweden mit die höchste Geburtenrate hat und in allen internationalen Vergleichen bezüglich der Qualität von Bildung (PISA etc.) weitaus besser abschneidet als beispielsweise Deutschland.
Das Geld sei also auch in unserem Land vorhanden, es müsse mittel- bis langfristig jedoch anders verteilt werden.
Auch die heutige Familienministerin Ursula von der Leyen setzt sich intensiv für die Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingen für Familien ein. Themen sind hier die Krippenplätze für unter Dreijährige, die Werbung und Gespräche zwischen Politik und Unternehmen/Wirtschaft für eine familienfreundliche Unternehmenspolitik, das neues Elterngeld, die Mehrgenerationenhäuser u.a.m..


  Herzogenrath und das Bündnis für Familie
 
     
  Hier in Herzogenrath hat sich der Sozialausschuss im April 2004 und der Jugendhilfeausschuss im Juni 2004 mit der Thematik "Bündnis für Familie" befasst.
Die politischen VertreterInnen haben die Stadtverwaltung daraufhin beauftragt, ein lokales Familienbündnis in Herzogenrath zu gründen.
Dies ist im Dezember mit der Gründungs- und gleichzeitig der Auftaktveranstaltung umgesetzt worden.
Ebenso ist Herzogenrath dem bundesweiten Bündnis angeschlossen und erhält so vom Servicebüro des Familienministeriums Unterstützung in inhaltlicher und organisatorischer Art.


  Auftaktveranstaltung
 
     
  Am 07.12.2004 hat die Stadt Herzogenrath alle relevanten, gesellschaftlichen Gruppen und AkteurInnen zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen. Angesprochen waren VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Schule, Kindergärten, Kammern, Verbände, Vereine, Kirchen, Gewerkschaften, ElternvertreterInnen und Bildungseinrichtungen.
Ziele dieser Veranstaltung waren:

- Verbesserung der Lebenssituation von Familien in Herzogenrath
- Informationsaustausch und Vernetzung initiieren
- Impulse für neue Projekte geben

Der Einladung folgten ca. 120 Personen, die sich bei einem Imbiss bereits ein wenig untereinander kennen lernen konnten. Die Anwesenden wurden von der ersten Stellvertretenden Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk begrüßt. Sie gab zunächst einen kurzen Überblick zur Situation der Familien hier in Herzogenrath (dies ist als pdf-Datei in der Kategorie Downloads nachzulesen). Danach informierte Bettina Volprecht vom Servicebüro in Bonn über die Bundesinitiative. Anschließend stellte Silvia Schmitz vom Elektrogroßhandel Biron & Jansen aus Würselen die firmeneigenen Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie vor. Schließlich berichtete Herr Karl-Peter Feldkamp von der Fachstelle Familienbeauftragter der Stadt Köln über die Aktivitäten des Bündnisses in Köln.

Danach ging es für die TeilnehmerInnen in Workshops weiter. Hier wurden folgende Fragen diskutiert.

- Was läuft gut?
- Wo drückt der Schuh?
- Start frei für gemeinsame Projekte

Die vier Workshops hatten folgende Schwerpunkte:

A Kinderbetreuung/Balance Familie und Beruf/Familie und
Arbeitswelt
B Wohnen/Wohnumfeld/Lebensraum Stadt
C Förderung der Familie
D Familie/Bildung/Kultur

Es wurde deutlich, dass in Herzogenrath bereits vieles für Familien getan wird. Diese guten Ansätze sollen weitergeführt und ggf. ausgebaut werden. Gerade unter dem Punkt „Wo drückt der Schuh? wurden zahlreiche Ideen zur Verbesserung der Situation für Familien zusammengetragen.

Am Ende des Abends haben 26 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichsten Bereichen das „Lokale Bündnis für Familie Herzogenrath“ gegründet und in einem kurzen feierlichen Akt die Gründungsvereinbarung unterzeichnet. (siehe auch Download Dokumentation_Dez. 2004.pdf, Gründungserkärung.pdf)
Sie alle halten es für geboten, die Situation der Familien in Herzogenrath in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Interesses zu rücken, um dem Lebensmodell Familie zu neuer Attraktivität zu verhelfen.

Gründungsmitglieder
AGOT (Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtreffs) ; AWO Kreisverband Aachen-Land e.V.; Beratungsstelle für Eltern & Kinder, Kreis Aachen; Bündnis 90/DIE GRÜNEN; Caritasverband Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V.; CDU-Fraktion und Partei; Deutscher Kinderschutzbund Alsdorf, Würselen, Herzogenrath; Erich-Kästner-Schule; Evang. Kirchengemeinde Herzogenrath; FrauenBündnis; Frauenkommunikationszentrum e.V.; HebammenFamilienZentrum „rundum“; Herzogenrather Grundschulen; Kinder- und Jugendärztin Frau Esser; Kinder- und Jugendärztin Frau Dr. Haferkorn; Kindertagesstätten in Herzogenrath; Oswald-von Nell-Breuning-Haus; SB im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur, Frau Leifgen; Seniorenbeirat; SPD-Fraktion; SPD-Stadtverband; Stadtrat; Stadtsportverband; Stadtverwaltung; Türkischer Elternverein; Verein Betreute Schulen e.V.

Kontakt
Stadt Herzogenrath
Frau Birgit Kuballa
Bündniskoordinatorin
Rathausplatz 1
52134 Herzogenrath
Tel.: 02406 83-139
Fax.: 02406 12954
E-Mail: Birgit.M.Kuballa@herzogenrath.de




  Aktivitäten - Ideen - Arbeitsgruppen - Projekte
 
     
  ° 07. März 2005: Sitzung der BündnispartnerInnen im Rathaus
Herzogenrath, um die weitere Arbeit im Bündnis zu besprechen.
Folgende Themen wurden als vordringlich angesehen:

- U3-Betreuung
- Elternschule
- Familienatlas
- Einbindung der Betriebe

° April 2005: Elternforen U3
Das Jugendamt der Stadt Herzogenrath, hatte im April 2005
Eltern jeweils aus den Stadtteilen Merkstein, Mitte und Kohlscheid
zu einem Abend eingeladen, wo sie aus ihrer Sicht das Thema
Betreuungsangebote für unter Dreijährige besprechen und
diskutieren konnten. (siehe download Elternforen U3).
- In der unter drei Jahren auf dem Gelände des TPH in
Kohlscheid gegründet (Download TPHasen).
- Die Betreuungsgruppe "Wichtel" im soziokulturellem
Zentrum "Klösterchen" vergrößerte die Anzahl ihrer
Betreuungsplätze für U3-Kinder
- Möglichkeit zur Ausbildung als Tagesmutter:
die pädagogische Grundausbildung wird vom Helene-Weber-Haus
in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen in
Stolberg im Auftrag des Jugendamtes durchgeführt.
Ansprechpartnerin:
Frau Rödel-Walter Tel. 02402 251640 und unter
Tel.02406 83446, dienstags 14.00 - 16.00 Uhr im Rathaus
Herzogenrath
Im Herbst 2006 sowie im Frühjahr 2007 wurde eine
Qualifizierungsmaßnahme für Tagesmütter im
betriebswirtschaftlichen Bereich und im Bereich
Haushaltsmnanagement von der Stadt Herzogenrath gemeinsam
mit dem FrauenKommunikationZentrum e.V. durchgeführt.
Ansprechpartnerin: Gabriele Allmann, Tel : 02406 979732,
E-Mail: Allmann@FrauenKommGleis1.de
- Schaffung von weiteren U3-Plätzen:
Der Jugendhilfeausschuss hat zwischenzeitlich beschlossen, für
20 % der unter Dreijährigen Kinder bis zum Jahre 2010 ein
verlässliches Betreungsangebot, sei es in der Tageseinrichtung
(1/3 dieser zusätzlichen Plätze) zu schaffen. Mit einer
Versorgungsquote von fast 10 % hat die Stadt Herzogenrath hier
bereits ein gutes Zwischenziel erreicht. Nicht zu letzt dank der
Unerstützung der im lokalen Bündnis für Familien,
zusammengeschlossenen Träger ist man zuversichtlich, dieses
Ziel zu erreichen.

° 20. April 2005: Elternschule
Erstes Treffen von potentiellen Beteiligten einer Elterschule
Herzogenrath in der Volkshochschule: Die Beteiligten haben
zugesagt sich eng zu vernetzen und miteinander zu kooperieren.
Im September 2005 konnte das erste Halbjahresprogramm in
Form einer umfangreichen Broschüre herausgegeben werden. Ab
Juni 2007 gibt es die Elternschule internetbasiert, siehe
Homepage.

° Familienatlas
Bereits auf der Gründungsveranstaltung wurde die Idee eines
Familienatlas für Herzogenrath geboren. Hier gab es auch erste
Bemühungen seitens der Stadtverwaltung Daten zu sammeln und
zusammen zu stellen. Die Idee dabei ist, dass sich jede und jeder
beteiligen kann, die oder der etwas für Familien anbietet:
Kurse, Betreuung, Beratung, Kultur, Kinderkleidung verkaufen,
Flohmarkt etc..
Professionell soll dieses Angebot nun auf der eigenen Homepage
angeboten werden

° Soziales Frühwarnsystem 2005
In der Stadt Herzogenrath hat sich der Arbeitskreis Soziales
Frühwarnsystem gegründet, in dem Hebammen, KinderärztInnen,
MitarbeiterInnen von Beratungsstellen, das Gesundheitsamt des
Kreises Aachen, Kindergartenleiterinnen, MitarbeitInnen des
Jugendamtes sowie die Gleichstellungsbeauftragte zusammen
arbeiten.
Ausgangspunkt ist die Überlegung, wie die Zusammenarbeit der
verschieden beteiligten Institutionen die mit Familien, Babys und
Kleinkindern arbeiten, verbessert und auf dem hiesigen Bedarf ein
zugeschnittenes Frühwarnsystem für die Stadt Herzogenrath
installiert werden kann.
Hierzu wurden bereits Sensoren entwickelt die anzeigen, wann die
Lebenssituation von Kindern und ihren Familien als riskant zu
bewerten ist und welche Reaktionsweisen zur Bearbeitung solcher
Problemlagen angemessen sind. Daneben wird eine Broschüre für
PraktikerInnen aus dem Sozial- und Gesundheitsdienst mit dem
Titel „Was tun bei Kindeswohlgefährdungen?“ erarbeitet. Es ist
ein „Meldebogen“ zur Kindeswohlgefährdung entwickelt worden,
der auf dem Prinzip wahrnehmen - weitergeben - handeln basiert.
Ansprechpartner: Bernd Krott,
Tel. Nr.: 02406 83-530,
E-Mail: Bernd.Krott@herzogenrath.de

° Müttercafe
Aus dem Arbeitskreis Soziales Frühwarnsystem hat sich die Idee zu
einem Müttercafe entwickelt. Hier erhalten Frauen mit kleinen
Kindern die Möglichkeit sich ungezwungen zum Frühstück zu
treffen und gleichzeitig fachliche Begleitung und Beratung von
einer Mitarbeiterin des Caritasverbandes Aachen in Anspruch zu
nehmen (siehe Download Müttercafe).

° Betriebe
Von Anfang an wurde im Bündnis betont, dass es wünschenswert
wäre, wenn Betriebe sich in der Kinderbetreuung und für die
bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf hier in Herzogenrath
einbringen würden. Es sollte ein Arbeitskreis dazu gegründet
werden, der bisher seine Arbeit jedoch noch nicht aufgenommen
hat.

° Generationsübergreifende Stadtteilarbeit
Zu Beginn der Bündnisarbeit bestand der Wunsch, die
Stadtteilarbeit, sowie die Arbeit und Vernetzung im Quartier mehr
generationsübergreifend anzugehen. Neben der gesetzlichen
BürgerInnenbeteiligung sollen neue Wege beschritten werden, um
mehr Bürger und Bürgerinnen und alle Generationen, vom Kind
bis zu SenoirInnen, einzubinden.
Diese Thematik wurde zunächst in den Stadtteilkonferenzen
besprochen.

Mittlerweile wird dieses Thema
von Seiten der Stadtverwaltung im Bereich Bürgerdienste
federführend bearbeitet. Zudem wurde im Mai 2007 ein
bereichsübergreifendes Kompetenzteam der Stadtverwaltung
gegründet.
Ansprechpartner: Christoph von den Driesch,
Tel.Nr.: 02406 83-142,
E-Mail: Christoph.vondenDriesch@herzogenrath.de



  [e]